Traditionsbewusst und zukunftsorientiert: Heldt‘s Saucenmanufaktur Seesen
Die Knoblauchsauce nach Rezeptur seines Großvaters war viele Jahre auf dem Sehusafest in Seesen der Renner. Sebastian Heldt hat das traditionelle Familienrezept verfeinert. Seit 2020 ist er mit Heldts Saucenmanufaktur auf dem Markt und hat eine erstaunliche Reichweite mit nur einem Produkt geschaffen.
Vielleicht rührt die Bodenständigkeit des (noch) 40-jährigen Gründers aus Seesen daher, dass er bereits von Kindsbeinen an die Vorzüge eines Familienbetriebs erleben durfte. Groß geworden in der Gastronomie, die zunächst sein Opa und dann sein Vater führte, beendete Sebastian Heldt seine Ausbildung zum Koch im elterlichen Betrieb, dem Ratskeller in Seesen. Heute führt die Familie u.a. ein Kantinengeschäft in Bad Gandersheim.
Auch die Saucenmanufaktur wird von der Familie unterstützt, sein Bruder soll im nächsten Jahr ebenfalls mit einsteigen. „Anders würde es nicht gehen“, betont Sebastian Heldt. Mit Blick auf sein sehr umsichtiges Vorgehen, sein Unternehmen zu entwickeln, sagt er: „Manchmal ist schrumpfen besser als wachsen.“ Statt zügig eine breite Produktpalette vorzuhalten, setzt er einzig auf die Sehusa Sauce. „Es gibt Ideen für weitere Produkte“, sagt Heldt. „Doch zunächst möchte ich ausschöpfen, was an Marktdurchdringung mit dieser Sauce möglich ist.“
Aktuell ist sein Schwerpunkt der Vertrieb. Während er in den ersten Jahren in Eigenregie privat geführte Supermärkte, regionale Fleischereien und Höfe akquirierte und belieferte, ist seine Sauce mittlerweile in der Lagerlistung der REWE Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie in der Streckenlistung bei der EDEKA Minden und Hessenring und Kaufland. Das bedeutet: Rund 600 REWE-Märkte in Norddeutschland können sein Produkt über die Zentralen beziehen. EDEKA und Kaufland werden noch selber mit einem Transportfahrzeug beliefert. „Das Klinkenputzen hört trotzdem nicht auf“, ergänzt der Gründer lachend. Damit die Märkte die Sehusa Sauce bestellen ist Sebastian Heldt mehrere Tage in der Woche unterwegs, um sein Produkt bekannt zu machen.
Abgesehen von zuverlässigen Lieferfristen und damit einhergehend einer höheren Produktionsmenge – Ziel sind im nächsten Jahr Flaschen im 6-stelligen Bereich – müssen für die Lagerlistung weitere Auflagen eingehalten werden. Die 1,5-jährliche GLK-Zertifizierung (Gütenachweis für Lebensmittel-Kleinbetriebe) ist für den Gründer eine willkommene Qualitätssicherung.
Für seine Produktion und Lagerhaltung hat er am ehemaligen Standort von Sonnen Bassermann bzw. Heinz die idealen Voraussetzungen gefunden. Die vorhandene Infrastruktur im Gewerbepark Niedersachsen ist u.a. auf die Lebensmittelproduktion ausgerichtet. „Für mich als Gründer sind das die besten Voraussetzungen“, betont Sebastian Heldt. „Sicher bieten Bestandsimmobilien auch für andere Gründungsvorhaben solch ideale Perspektiven.“ Anderen Gründerinnen und Gründern gibt er mit: „Dranbleiben ist die Devise, auch wenn es mal Rückschläge gibt. Und man muss bereit sein, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen, wenn das eigene Geschäft gelingen soll.“
