Hohes Innovationsniveau beim Ideenwettbewerb „TUniCorn“ 2026

18 Teams bewarben sich bei der vierten Ausgabe des Ideenwettbewerbs. Acht von ihnen überzeugten besonders und präsentierten ihre Ideen in kurzen „Pitches“ beim Finale Anfang März im Gründungszentrum.

„Wir freuen uns verkünden zu dürfen, dass alle drei Gewinner-Teams vom TUniCorn Ideenwettbewerb 2023 erfolgreich gegründet haben. Das zeigt das große Gründer-Potenzial unserer Region“, eröffnete Simon Wolters gemeinsam mit Selma Lohan (beide sind die beratenden Akteure des gemeinsamen Gründungsservices von TU Clausthal und WiReGo) das Finale des TUniCorn Ideenwettbewerb 2026 Anfang März. In diesem Jahr wurde ein neuer Teilnehmerrekord erreicht: 18 Teams bewarben sich bei der vierten Ausgabe des Ideenwettbewerbs. Acht von ihnen überzeugten besonders und durften ihre Ideen in kurzen „Pitches“ beim Finale am 05. März im Gründungszentrum präsentieren.

Die Bedeutung des Wettbewerbs ist für die Gründungsteams hoch. Das wird durch Aussagen ehemaliger und aktueller Teilnehmenden deutlich. Alle Teams schätzen die ehrliche und klare Einschätzung von außen, die sie für ihre Geschäftsidee durch die Jury-Mitglieder erhalten. Dadurch werden Schwachstellen in den Konzepten sichtbar, die Zielgruppen werden geschärft und das Geschäftsmodell intensiv mit Blick auf Wirtschaftlichkeit vorangebracht.

Qualität der Beiträge beeindruckt Jury

Nach den Pitches stellten sich die Finalistinnen und Finalisten den Fragen der Jury, die sich wie im Vorjahr aus Iris Seeber (Volksbank im Harz), Christian Schäfer (Fels-Werke GmbH), Dr.-Ing. Michael Reiß (Holos Excellence) und Samet Kibar (Gründungszentrum Clausthal-Zellerfeld) zusammensetzte. Erstmals nahm außerdem Prof. Ani Melkonyan-Gottschalk online teil, vor Ort vertreten von Annika Hoppe (beide Institute of Geotechnology and Mineral Resources).

„Dieses Jahr haben sie mich mit ihren Ideen besonders gefordert. Es hat mir große Freude bereitet, mich mit den vorgestellten Themen auseinanderzusetzen“, lobte Iris Seeber die Pitches. Auch Christian Schäfer betonte: „Jedes Projekt war äußerst interessant und wurde professionell vorgetragen.“ Die Jury bewertete die Teams anhand der Kriterien Innovationspotenzial, Kundennutzen und Präsentation.

Innovative Ansätze für Energie, Recycling und Kommunikation

Den ersten Platz belegten Dr.-Ing. Marina Becker und Dr.-Ing. Maik Becker mit „QuinAir“, einem saisonalen elektrochemischen Energiespeicher, der Redox-Flow- und Metall-Luft-Batterien kombiniert. Ziel der neuartigen Luft-Redox-Flow-Batterie sind extrem niedrige Kosten (weniger als 34 €/kWh), hohe Energiedichten und saisonale Speicherung von Solarstrom. Für den ersten Platz erhalten sie die Gewinnsumme von 1.000 Euro.

Der zweite Platz, dotiert mit 500 Euro, ging an das Projekt „Rotor“. Maximilian Feyrer und Philipp von Güldenstubbe arbeiten an der Entwicklung eines kontinuierlichen Pyrolyseprozesses zur stofflichen Verwertung von GFK-Rotorblättern aus Windenergieanlagen. Ziel ist die Rückgewinnung von Glasfasern sowie Öl- und Gasfraktionen aus realen, heterogenen Rotorblattmaterialien und damit die Etablierung eines echten Recyclingpfads statt Downcycling wie in der Zementindustrie.

Zaki Hussein, Dominik Schulz und Dr. David Unbehaun erreichten mit „Clara AI“ den dritten Platz und erhalten 250 Euro Preisgeld. „Clara AI“ ist ein freihändiges, natürlichsprachliches KI-System, dass Pflegekräften die Dokumentation direkt während der Arbeit ermöglicht. Gesprochene Inhalte werden transkribiert, semantisch analysiert, strukturiert und richtlinienkonform in Pflegesoftware überführt. Das Alleinstellungsmerkmal ist zum einen die Mehrsprachigkeit und zum anderen die Fähigkeit, auch Fragen des Personals zu einzelnen Patientinnen und Patienten zu beantworten.

Weiterführende Unterstützung für die Finalteams

Vor der Siegerehrung hielt Emil Alkountar, Gründer der Parfümmarke „Or et Vin“, eine Keynote und schilderte den Übergang von der Idee zur Gründung anhand seines eigenen Werdegangs. „Den perfekten Plan gibt es nie. Auch wenn der Start holprig ist: Fangt einfach an!“, gab er den Teilnehmenden mit auf den Weg.

Die Jury ist vom Potenzial aller Teams überzeugt und bietet deshalb auch nach dem Wettbewerb weitere Unterstützung an: In rund sechs Monaten möchten die Jurymitglieder erfahren, wie sich die Projekte weiterentwickelt haben. Die Organisation dieses Formats übernimmt der gemeinsame Gründungsservice.

Auch 2027 wird es wieder einen TUniCorn Ideenwettbewerb geben, an dem sowohl Studierende oder Mitarbeitende der TU Clausthal als auch engagierte Innovatoren aus Unternehmen, Gründerinnen und Gründer aus der Region (natürliche Personen) teilnehmen können.

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